Walter Trier Biografie

Walter Trier ist als Illustrator der Kinderbücher von Erich Kästner bekannt, in der Biografie werden auch andere Arbeiten von Walter Trier vorgestellt.

Walter Trier ist als Illustrator der Erich Kästner Kinderbücher wie „Das fliegende Klassenzimmer“, „Pünktchen und Anton“ und „Emil und die Detektive“ bekannt. Walter Trier entwarf aber auch Bühnenbilder, Werbeplakate, Bühnenbilder und stellte Trickfilme her. Die mit zahlreichen Bildern ausgestattete Biografie von Walter Trier verfolgt den spannenden Lebensweg des aus einer jüdischen Prager Familie stammenden Künstlers von Prag über München und Berlin bis zum Exil in London und Kanada. Die Autorin, Antje Neuner-Warthorst schildert nicht nur die enge Zusammenarbeit Walter Triers mit Erich Kästner, sondern auch seine Tätigkeit bei Simplicissimus und Jugend in München sowie bei den Ullstein-Blättern Berliner Illustrierte Zeitung, Die Dame und Uhu.
Das Buch ist das Porträt eines großen Humoristen und einzigartigen Künstlers, der nicht nur Zeichner, Karikaturist und Illustrator, sondern auch Maler und Grafiker war. Walter Trier entwarf Bühnenbilder, Theaterkostüme, Werbeplakate und stellte Trickfilme her und sammelte sein Leben lang Spielzeug.

Walter Trier Archiv

Anfang 2007 wurde in Konstanz das Walter Trier Archiv gegründet, es umfaßt alle bisherigen Forschungs-Ergebnisse zu Walter Trier. Sämtliches Recherchematerial ist digitalisiert und systematisch geordnet worden, so daß es zukünftig der Erforschung dieses Künstlerlebens und des vielfältigen Werks zur Verfügung steht.
Das Walter Trier-Archiv fungierte schon rasch als willkommene Anlaufstelle für Forscher und Sammler des In- und Auslandes. In diesem Kontext konnten schon diverse regionale und internationale Projekte mit Rat und Tat unterstützt werden, zuletzt etwa das von der deutschen Bundesregierung initiierte und finanzierte Online-Portal „Europeana Collections 1914-18“ oder die Wanderausstellung zum Thema „Jüdischer Humor“ des „Jüdischen Museums in Wien.
Über die Beschäftigung mit dem Werkvon Walter Trier hinaus, liegt ein weiterer Schwerpunkt dieses Archivs in dem Anliegen, der Karikatur im deutschsprachigen Raum generell eine größere Bedeutung als Kunstform entgegen zu bringen. Außerdem soll langfristig das Phänomen und der Stilbegriff des „Grotesken Realismus“ erforscht und in der Kunstgeschichte der Moderne etabliert werden.

Biografie Walter Trier

Walter Trier wird am 25. Juni 1890 in Prag (Tschechien, damals Österreich-Ungarn) geboren. Er studierte zuerst in Prag und später in München. Er arbeitete für den Simplicissimus, die Jugend und die Lustigen Blätter, zeichnete seit 1910 für den Ullstein-Verlag, so für die Berliner Illustrierte, den Uhu und Die Dame.[1] Während des Ersten Weltkrieges zeichnete Walter Trier eine Reihe propagandistischer Karikaturen gegen Großbritannien und die anderen Entente-Mitglieder für die Kriegs-Nummern der Lustigen Blätter, Berlin.
Walter Trier war außerdem Werbezeichner, schuf Zeichentrickfilme, Bühnenbilder und Kostüme. Auch das Kinderspielzimmer auf dem Dampfer Bremen stammte von Walter Trier. Der bereits sehr erfolgreiche und weltweit angesehene Trier wurde durch seine Illustrationen (ab 1929) zu Kinderbüchern von Erich Kästner langfristig berühmt.
Nach der Machtergreifung durch die Nazis 1933 waren die Illustrationen zu Mark Twains Die Abenteuer des Tom Sawyer und Huckleberry Finn sein letztes Werk auf dem europäischen Festland, danach emigrierte Walter Trier Ende 1936 nach London, wo er für die Satirezeitschrift Liliput und die Illustrierte Picture Post zeichnete. Politische Zeichnungen zum Massaker von Lidice und dem Attentat auf Heydrich erschienen in der britischen, deutschsprachigen Wochenzeitung Londoner Zeitung. In Zusammenarbeit mit dem tschechischen Karikaturisten Adolf Hoffmeister gab er 1944 die Sammlung politischer Karikaturen Jesters in Earnest heraus. Aber auch weiterhin steuerte er Illustrationen zu zahlreichen Kinderbüchern bei und gab eigene Bände und Spielbücher heraus.
Im Februar 1947 werden Walter und Helene Trier schließlich britische Staatsbürger und folgen der Tochter nach Ontario (Kanada). Bevor Walter Trier zum dritten Male seine Karriere ausbauen kann, stirbt er am 8. Juli 1951 in seinem Atelier in Collingwood.

Quelle:
Nicolai Verlag
Walter Trier Archiv

Links:
Werke von und über Walter Trier