Foto Alfred Kerr

Jährlich wird vom Börsenblatt der Alfred KErr PReis vergeben, er ist mit 5.000 € dotiert. Ausgezeichnet werden Literaturkritiker

Den Alfred Kerr Preis für Literaturkritik 2017 erhält der Schweizer Journalist und Literaturkritiker Andreas Breitenstein. Der Interessensschwerpunkt von Andreas Breitenstein liegt bei Autoren aus dem österreichischen, skandinavischen und ostmitteleuropäischen Raum. Seit 1977 vergibt das Börsenblatt den mit 5.000 Euro dotierten Alfred Kerr Preis und erinnert damit an den Literaturkriker Alfred Kerr (1867-1948). Mit der Auszeichnung wird nicht eine einzelne Kritik ausgezeichnet, sondern die gesamte Arbeit des Kritikers.[nextpage title=“Alfred Kerr Preis 2017″]
Andreas Breitenstein erhält den Alfred Kerr Preis für Literaturkritik 2017. Die Jury lobt den Sachverstand und die Wissensbreite, mit denen der Preisträger Nationalliteraturen des gesamten ost- und mitteleuropäischen Raumes vermittelt. Haltung und Maßstäbe zeichneten seine Arbeit im Besonderen aus. In der Begründung heißt es: “Auf sein genaues Urteil kann man sich verlassen, denn stets liest und beurteilt er vor einem weiten Horizont, weiß Bücher philosophisch, historisch und politisch einzuordnen und über sie hinauszuweisen. Das hat in dem Europa unserer Tage auch politische Bedeutung.”
Andreas Breitenstein, Jahrgang 1961, studierte in Zürich Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte. Nach einem einjährigen Studien- und Sprachaufenthalt in den USA war er als Werbetexter und freier Literaturkritiker für die “Zürichsee-Zeitung”, den “Tages-Anzeiger” und die “Neue Zürcher Zeitung” (NZZ) tätig. Ab 1992 betreute er als Mitglied der NZZ-Feuilletonredaktion die Literaturen und Kulturen Österreichs, Osteuropas, Skandinaviens, Russlands, Lateinamerikas und Asiens. Sein Interessensschwerpunkt liegt bei Autoren aus dem österreichischen, skandinavischen und ostmitteleuropäischen Raum. Seit 2016 ist Breitenstein im NZZ-Ressort “Meinung und Debatte” tätig, bleibt der Kultur jedoch weiterhin redaktionell und als Kritiker verbunden.
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Den Alfred Kerr Preis 2016 erhielt Nico Bleutge.  Nico Bleutge studierte in Tübingen Neuere Deutsche Literatur, Allgemeine Rhetorik und Philosophie. Seine Gedichte wurden in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. Im Jahr 2006 debütierte er mit dem Gedichtband „klare konturen“. Seit 2001 arbeitet der Lyriker und Essayist als freier Literaturkritiker, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung, den Tagesspiegel und die Stuttgarter Zeitung.
[nextpage title=“Alfred Kerr Biografie“]
Alfred Kerr (* 25. Dezember 1867 in Breslau; † 12. Oktober 1948 in Hamburg) war ein deutscher Schriftsteller, Theaterkritiker und Journalist. Sein Geburtsname war Alfred Kempner. Seit 1887 benutzte er in seinen Publikationen den Namen Kerr, 1909 erfolgte gemäß Verfügung des Regierungspräsidenten zu Potsdam die offizielle Namensänderung in Alfred Kerr.
Kerr war einer der einflussreichsten deutschen Kritiker in der Zeit vom Naturalismus bis 1933. Er veröffentlichte unter anderem in den Zeitungen und Zeitschriften Breslauer Zeitung, Der Tag, Neue Rundschau, Pan und Berliner Tageblatt. Kerr sah in der Kritik eine eigene Kunstform und schuf dafür einen treffenden, geistreich-ironischen und oft absichtlich saloppen Stil.
In Buchform veröffentlichte er, neben einer fünfbändigen Sammlung seiner kritischen Arbeiten, vor allem Reiseprosa und Gedichte. 1933 ging Alfred Kerr ins Exil. Von 1941 bis 1946 war er Präsident des Deutschen P.E.N.-Club im Exil in London, ab 1946 bis zu seinem Tode Ehrenpräsident. Von 1945 an arbeitete Kerr für die deutschen Tageszeitungen Die Welt und Die Neue Zeitung. 1947 wurde er britischer Staatsbürger.
Bei einem Bescuh in Hamburg starb Alfred Kerr.
[nextpage title=“Alfred Kerr Bibliografie“]

  • Godwi. Ein Kapitel deutscher Romantik. Bondi, Berlin 1898.
  • Herr Sudermann, der D… Di… Dichter – Ein kritisches Vademecum, Berlin 1903, Helianthus, 94s.
  • Schauspielkunst. Bard-Marquardt, Berlin 1904.
  • Das neue Drama. S. Fischer, Berlin 1905.
  • Die Harfe. 24 Gedichte. S. Fischer, Berlin 1917.
  • Die Welt im Drama. 5 Bände. S. Fischer, Berlin 1917 (= Gesammelte Schriften, Erste Reihe)
  • Die Welt im Licht. 2 Bände. S. Fischer, Berlin 1920 (= Gesammelte Schriften, Zweite Reihe)
  • Krämerspiegel. 12 Gedichte mit Musik von Richard Strauss. Cassirer, Berlin 1921
  • New York und London. Stätten des Geschicks. S. Fischer, Berlin 1923.
  • O Spanien! Eine Reise. S. Fischer, Berlin 1924.
  • Yankee-Land. Eine Reise. Mosse, Berlin 1925.
  • Caprichos. Strophen des Nebenstroms. Spaeth, Berlin 1926.
  • Es sei wie es wolle, Es war doch so schön! S. Fischer, Berlin 1928.
  • Die Allgier trieb nach Algier … Ausflug nach Afrika. S. Fischer, Berlin 1929.
  • Eine Insel heißt Korsika … S. Fischer, Berlin 1933 [1932]
  • Die Diktatur des Hausknecht. Les Associés, Bruxelles 1934. (Mischtext aus Feuilleton Artikeln und Lyrik). Erste Ausgabe in Deutschland zusammen mit der Gedichtsammlung Melodien aus 1938 als Die Diktatur des Hausknechts und Melodien. Nachwort Walter Huder, Konkret Literatur Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-922144-03-9. Weitere Ausgaben: Fischer Taschenbuch, Frankfurt/Main 1983, ISBN 3-596-25184-2.
  • Walther Rathenau. Erinnerungen eines Freundes. Querido, Amsterdam 1935.
  • Melodien. Gedichte. Editions nouvelles internationales (Internat. Verl. Anst.), Paris 1938.
  • Ich kam nach England. Ein Tagebuch aus dem Nachlaß. Hrsg. Walther Huder u. Thomas Koebner. Bouvier, Bonn 1979, ISBN 3-416-01423-5.
  • Werke in Einzelbänden. 8 Bände. Hrsg. Hermann Haarmann u. Günther Rühle. Argon, Berlin 1989–1991; S. Fischer, Frankfurt a. M. 1998 ff.
    Bd. I.1: Erlebtes. Deutsche Landschaften, Menschen und Städte. Hrsg. Günther Rühle. Argon, Berlin 1989, ISBN 3-10-049504-7.
    Bd. I.2: Erlebtes. Reisen in die Welt. Hrsg. Hermann Haarmann. Argon, Berlin 1989, ISBN 3-10-049505-5.
    Bd. II: Liebes Deutschland. Gedichte. Hrsg. Thomas Koebner. Argon, Berlin 1991, ISBN 3-10-049506-3.
    Bd. III: Essays. Theater • Film. Hrsg. Hermann Haarmann u. Klaus Siebenhaar. Argon, Berlin 1991, ISBN 3-10-049507-1.
    Bd. IV: Sucher und Selige, Moralisten und Büßer. Literarische Ermittlungen. Hrsg. Margret Rühle, Deborah Vietor-Engländer. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2009, ISBN 978-3-10-049508-2.[13]
    Band V/VI: Das war meine Zeit. Erstrittenes und Durchlebtes. Hrsg. Deborah Vietor-Engländer. Fischer, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-10-049509-9.
    Bd. VII.1: „Ich sage, was zu sagen ist“. Theaterkritiken 1893 – 1919. Hrsg. Günther Rühle. S. Fischer, Frankfurt a. M. 1998, ISBN 3-10-049510-1.
    Bd. VII.2: „So liegt der Fall“. Theaterkritiken 1919 – 1933 und im Exil. Hrsg. Günther Rühle. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2001, ISBN 3-10-049511-X.
  • Wo liegt Berlin. Briefe aus der Reichshauptstadt 1895–1900. Hrsg. Günther Rühle. Aufbau, Berlin 1997, ISBN 3-351-02830-X. (Artikel in der „Breslauer Zeitung“)
  • Warum fließt der Rhein nicht durch Berlin? Briefe eines europäischen Flaneurs 1895–1900. Hrsg. Günther Rühle. Aufbau, Berlin 1999, ISBN 3-351-02874-1 (Artikel in der „Breslauer Zeitung“)
  • Der Taucher und das Weh der See. Bekanntschaften mit Menschen und Tieren. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt a. M. 2001, ISBN 3-596-15043-4.
  • Der Dichter und die Meerschweinchen. Clemens Tecks letztes Experiment. Hrsg. Günther Rühle. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2004, ISBN 3-10-049514-4.

[nextpage title=“Quellen und Links“]Quelle:
Börsenblatt, Wikipedia, S. Fischer Verlag
Links:
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